Im Evangelium nach Matthäus steigt Jesus auf einen Berg und spricht zu den Menschen. Das erinnert an Mose, der auf dem Berg Sinai von Gott selbst die Gesetzestafeln empfängt.
Bei Jesus handelt es sich aber nicht um ein neues Gesetz, sondern um eine neue Auslegung der Tora. Er zeigt den Menschen wie der Wille Gottes gelebt werden soll. Teile dieser Auslegung finden sich auch in Jesu Feldreden im Lukas Evangeliums wieder.
Jesus spricht als Sohn Gottes und als Jude zu jüdischen Menschen. Das jüdische Volk leidet unter Fremdherrschaft und wirtschaftlicher Ausbeutung durch die römische Besatzung, hoher Steuerlast und sozialer Not. Es gibt radikale Widerstandsgruppen. Jesus macht einen Gegenentwurf zur Gewalt und ruft mit der Feindesliebe zu Gewaltlosigkeit und Versöhnung auf. - Er wendet sich auch an arme, kranke Menschen und an die, die sich am Rand der Gesellschaft oft ausgegrenzt und vergessen fühlen. Die wunderbare Einleitung zur Bergpredigt, die Seligpreisung, zeigt, welchen Menschen Jesus das Himmelreich zusprechen möchte.
„Mit der Bergpredigt kann man keine Politik machen…“ – Fürst Otto von Bismarck und Bundeskanzler Helmut Schmidt wird dieses Wort zugesprochen und es spaltet die Gesellschaft. „Schwerter zu Pflugscharen…“ war das Motto der Friedensbewegung in der DDR. Diese Friedensbewegung trug mit vielen anderen zur Wende bei.
Wenn wir heute wieder sehen, wie die Welt auch in unserem Land entbrannt ist, ruft die Bergpredigt alle Christen und christlich geprägten Menschen zu verantwortungsvollem Handeln auf. Sie bleibt damit bis heute ein Impuls für ein Leben, das von Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Frieden geprägt ist. Ein Leben für und mit Gott.